ZULAMO

Zukunftslabor urbane Mobilität

[Lastenrad]

GVZ Bremen macht Elektro-Mobil

Mit dem Projekt „Urban-BRE – elek­tro­mo­bile City­lo­gistik in Bremen“ ist eine neue Initia­tive gestartet.

Das Projekt wird vom Land geför­dert. Die Koor­di­na­tion über­nimmt die GVZ Entwick­lungs­ge­sell­schaft. Und umge­setzt wird es von Hell­mann World­wide Logistics und dem E‑Lastenfahrrad-Spezialisten Rytle.

Die Anfor­de­rungen an die urbane Distri­bu­tion von Gütern verän­dern sich stetig und mit zuneh­mender Geschwin­dig­keit. Anhal­tende Globa­li­sie­rung, kürzere Produkt­le­bens­zy­klen und Urba­ni­sie­rung sowie neue Tech­no­lo­gien sind Treiber dieser Verän­de­rungen. Hinzu kommen die wach­sende Bedeu­tung des Online­han­dels, stei­gende Kunden­an­for­de­rungen hinsicht­lich Geschwin­dig­keit, Flexi­bi­lität und Qualität der Belie­fe­rung sowie ein erhöhtes Umwelt­be­wusst­sein in der Bevöl­ke­rung. Neben dem Online-Handel muss sich auch die inner­städ­ti­sche Fili­al­be­lie­fe­rung sowohl mit palet­tierten Gütern als auch mit Paketen diesen neuen Heraus­for­de­rungen stellen. Gerade im Innen­stadt­be­rei­chen werden zur Bewäl­ti­gung dieser Heraus­for­de­rungen in Kombi­na­tion mit den insge­samt stei­genden Trans­port­mengen, klei­neren Sendungs­größen sowie neuar­tigen Dienst­leis­tungs­an­ge­boten — wie etwa Same-Day-Delivery-Services — neuar­tige Logistik- und Distri­bu­ti­ons­kon­zepte benö­tigt. Die City-Logistik muss ganz­heit­lich konzi­piert werden, um den sich wandelnden Kunden­an­for­de­rungen, den vermehrten Umwelt­auf­lagen (Emis­si­ons­neu­tra­lität bzw. ‑frei­heit) und den wirt­schaft­li­chen Anfor­de­rungen der Unter­nehmen zu genügen.

Vorrei­ter­rolle
ver­pflichtet

Das GVZ in Bremen hatte eine histo­ri­sche Vorrei­ter­rolle in Sachen City-Logistik. Schon 1991 entstand aus der Erkenntnis sehr langer Warte­zeiten bei bestimmten Empfän­gern die Idee, die Zustel­lung der Waren für diese Kunden auf gemein­same Fahr­zeuge zu bündeln. 1994 wurde mit mehreren GVZ-Speditionen und der GVZ Entwick­lungs­ge­sell­schaft Bremen mbH (GVZe) die GVZ City-Logistik Bremen GmbH gegründet. Ab 1995 wurde ein mit Bio-Diesel betrie­bener LKW einge­setzt. Bis zu 150 Empfänger wurden mit durch­schnitt­lich 1.500 t Waren im Monat belie­fert. Schwan­kende Sendungs­auf­kommen, hervor­ge­rufen durch die Tatsache, dass die betei­ligten Spedi­tionen ihre Sendungen ab einer gewissen Aufkom­mens­menge aus dem System nahmen und selbst trans­por­tierten sowie Preis­re­du­zie­rung der Gesell­schafter und damit ihrer direkten Auftrag­geber führten zur Einstel­lung der City-Logistik in Bremen.

Umso erfreu­li­cher ist es, dass aktuell mit dem Projekt „Urban-BRE – elek­tro­mo­bile City­lo­gistik in Bremen“ eine neue Initia­tive gestartet wird. Das Projekt wird vom Land Bremen geför­dert. Die Koor­di­na­tion über­nimmt die GVZe. Die prak­ti­sche Umset­zung erfolgt in Zusam­men­ar­beit mit Hell­mann World­wide Logistics und dem Bremer E‑Lastenfahrrad-Spezialisten Rytle. Das Pilot­pro­jekt wird von der Dach­or­ga­ni­sa­tion der deut­schen Güter­ver­kehrs­zen­tren, der Deut­schen GVZ-Gesellschaft mbH (DGG) wissen­schaft­lich begleitet.

Urban-BRE fokus­siert sich auf die Konzep­tion und Imple­men­tie­rung eines verän­derten logis­ti­schen Konzepts für die letzte Meile zur ener­gie­ef­fi­zi­enten sowie klima- und umwelt­freund­li­chen Versor­gung der Bremer Innen­stadt. Zudem soll in einer proto­ty­pi­schen Imple­men­tie­rung die Eignung des Logis­tik­kon­zeptes gezeigt sowie die Rahmen­be­din­gungen für eine spätere Skalie­rung des Konzeptes beschrieben werden.

Die Grund­idee besteht darin, die Innen­stadt­be­lie­fe­rung mit Paketen und Paletten (Stückgut) durch die Imple­men­tie­rung einer zusätz­li­chen Distri­bu­ti­ons­stufe (Micro-Hub) zu opti­mieren. Durch intel­li­gente Verknüp­fung verschie­dener Verkehrs­träger sollen Schadstoff- und Geräusch­emis­sionen gesenkt werden. Die logis­ti­sche Leis­tung für den Endkunden soll erhöht und gleich­zeitig die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der betei­ligten Unter­nehmen gestei­gert werden.

Letzte Meile auf drei Rädern: Das Bremer Unter­nehmen Rytle kombi­niert ein Lastenrad namens „Movr“, eine Box und ein Hub zu einem voll vernetzten Konzept für emis­si­ons­freien Trans­port in der City.
Im Rahmen der proto­ty­pi­schen Imple­men­tie­rung ist es vorge­sehen, dass in der ersten Projekt­phase zunächst die für die Innen­stadt­ge­biete bestimmten Sendungs­mengen des Projekt­part­ners Hell­mann World­wide Logistics mit einem gasbe­trie­benen Fahr­zeug zu einem Dekon­so­li­die­rungs­punkt (Micro-Hub) in der Innen­stadt beför­dert werden. Dort werden die Sendungen (Pakete und Paletten) durch elek­tro­mo­bile Lasten­räder des Projekt­part­ners RYTLE über­nommen und an die jewei­ligen Empfänger in der Bremer Innen­stadt zuge­stellt. Das im Bremer Innen­stadt­ge­biet anfal­lende Sendungs­auf­kommen wird in gleich­ar­tiger Weise aus dem Stadt­ge­biet ins GVZ beför­dert.

Das Projekt ist im Februar 2019 gestartet. Seit September 2019 sind die E‑Lastenräder in der Bremer Innen­stadt unter­wegs. Dem Projekt­team ist es gelungen, in enger Zusam­men­ar­beit mit der Stadt einen geeig­neten Standort in zentraler Lage für die Posi­tio­nie­rung des Micro-Hubs zu finden und sich die Sonder­nut­zungs­rechte für diese Fläche zu sichern. Ange­strebt wird eine Neube­le­bung des bereits Anfang der 2000er zur Förde­rung umwelt­freund­li­cher Liefer­fahr­zeuge konzi­pierten s. g. Umwelt­la­de­punkts.


Nach­haltige
Vorteile

Im weiteren Verlauf und bei erfolg­rei­cher Imple­men­tie­rung in der ersten Phase wird ange­strebt, die Sendungen des Projekt­part­ners Hell­mann World­wide Logistics mit den Sendungen weiterer Partner im GVZ Bremen zu konso­li­dieren und diese Güter­mengen gebün­delt in die Innen­stadt zu beför­dern. Durch die Bünde­lung und Vorkom­mis­sio­nie­rung der Sendungen im GVZ, den umwelt­freund­li­chen Güter­trans­port per Gas-LKW in die Innen­stadt und die elek­tro­mo­bile Fein­ver­tei­lung auf der letzten Meile soll ein inno­va­tives, ökolo­gi­sches und in hohem Maße service­ori­en­tiertes City-Logistik-Modell entstehen. Hierbei sollen nach­hal­tige Vorteile für die Bremer Bevöl­ke­rung erzielt werden, die aus der Redu­zie­rung von Verkehrs­be­las­tung, Lärm und Emis­sionen in der Innen­stadt resul­tieren. Zugleich werden ökono­mi­sche Anreize für die betei­ligten Akteure sowie Service­mehr­werte – wie etwa höhere Flexi­bi­lität – für den Endemp­fänger geschaffen.
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